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Eglisau: Rundgang zu Fuss mit Audio-Guide & Karte

«Bunte Fassaden am Rhein, Reben mit Flussblick und eine Badi im Strom.»

Dauer
1h 40min
Distanz
2.5 km
Stops
6
Gehzeit
37 Min.

Eglisau ist der Beweis, dass die schönsten Ausflüge manchmal die nächsten sind: 35 Minuten ab Zürich HB, und du stehst in einem Städtchen, dessen Häuserzeile direkt aus dem Rhein zu wachsen scheint. Giebelhäuser von 1600, eine Kirche über dem Strom, Rebberge mit Aussichtskanzeln – und im Sommer treiben die Einheimischen im badewannenwarmen, smaragdgrünen Rhein. Die Tour führt vom Bahnhof hinunter ins Städtli, über die Brücke mit dem Postkartenblick, hinauf in die Reben und zum Abschluss an – oder in – den Fluss.

Die Route

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Mit Gehzeiten, Wegbeschreibung, Stories und Audioguide – lies vor Ort oder hör einfach zu.

  1. 1

    Bahnhof Eglisau & Blick auf den Rhein

    Oben ankommen, unten glitzert schon der Fluss.

    ~12 Min. Aufenthalt

    Warum hierhin? Oben ankommen, unten glitzert schon der Fluss.

    Der Bahnhof liegt auf der Hochterrasse über dem Städtchen – und genau das macht den Auftakt so schön: Der Weg hinunter ist eine langsame Enthüllung. Mit jeder Kurve siehst du mehr vom Rhein, der hier in einer weiten Schleife durch bewaldete Hänge zieht. Eglisau war jahrhundertelang ein wichtiger Flussübergang: Wer von Zürich in den Schwarzwald oder nach Schaffhausen wollte, musste hier über den Rhein – und zahlte dafür Zoll. Vom Brücken- und Fährgeld lebte das Städtchen gut.

    Fun Fact

    Die Bahnlinie Richtung Schaffhausen überquert den Rhein auf einem imposanten Viadukt von 1897 – du siehst ihn später von unten.

    Insider

    Eglisau ist die südlichste Rheinstadt – danach gehört der Fluss bis zum Bodensee anderen.

    Audio-Story

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    Audioguide-Skript lesen (auch perfekt für ElevenLabs)

    Wir starten oben auf der Hochterrasse – und das ist Absicht. Denn der Weg hinunter nach Eglisau ist wie das langsame Öffnen eines Vorhangs: Erst siehst du Baumwipfel, dann ein Glitzern, dann die ganze Bühne – der Rhein, breit und gelassen, in einer grossen Schleife zwischen bewaldeten Hängen. Dieses Städtchen lebte jahrhundertelang von einer simplen Tatsache: Wer über den Fluss wollte, musste hier durch. Brückenzoll, Fährgeld, Gasthäuser für Fuhrleute – der Rhein war Eglisaus Geschäftsmodell. Heute ist er sein Schatz. Geh den Weg hinunter Richtung Städtli und lass dir Zeit. Die beste Aussicht kommt gleich nach der ersten Kurve.

  2. 2

    12 Min. zu FussVom Bahnhof dem Fussweg Richtung Städtli/Rhein folgen – bergab durch das Wohnquartier, dann öffnet sich die historische Untergass.

    Untergass – das Städtli

    Eine Gasse wie ein Gemälde: Giebelhäuser, Erker und der Fluss als Nachbar.

    ~12 Min. Aufenthalt

    Warum hierhin? Eine Gasse wie ein Gemälde: Giebelhäuser, Erker und der Fluss als Nachbar.

    Die Untergass ist das Herzstück Eglisaus: eine geschlossene Zeile von Giebelhäusern aus dem 16.–18. Jahrhundert, viele mit kunstvollen Erkern und bemalten Fassaden. Die Rückseiten der Häuser stehen direkt am Wasser – ihre Fundamente badet der Rhein. Kurios: Das heutige Städtli ist nur die halbe Geschichte. Beim Bau des Kraftwerks 1920 wurde der Rhein gestaut – Teile der historischen Vorstadt und die alte Holzbrücke versanken im höher gelegten Fluss. Eglisau ist also auch ein kleines «Atlantis».

    Fun Fact

    Beim Aufstau 1920 stieg der Rhein um mehrere Meter – alte Uferpartien liegen seither unter Wasser.

    Insider

    Das Ortsbild steht unter nationalem Schutz – neue Bauten müssen sich der Giebelzeile unterordnen.

    Audio-Story

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    Willkommen in der Untergass – bleib kurz stehen und schau die Gasse entlang. Giebel an Giebel, Erker an Erker, vierhundert Jahre Baugeschichte in einer einzigen Zeile. Und dahinter, keinen Steinwurf entfernt: der Rhein, der den Häusern buchstäblich die Füsse wäscht. Aber dieses Idyll hat einen doppelten Boden. Im Jahr 1920 baute man flussabwärts ein Kraftwerk und staute den Rhein – der Fluss stieg um mehrere Meter. Die alte Vorstadt am Ufer, die hölzerne Brücke, Gärten und Wege: alles versank. Was du heute siehst, ist die obere Hälfte eines Städtchens, dessen untere Hälfte im Wasser schläft. Ein kleines Schweizer Atlantis. Wenn der Rhein klar ist, erzählen die Alten, sehe man manchmal noch Mauern. Wer weiss.

  3. 3

    3 Min. zu FussDie Gasse entlang und die Treppen hinauf zur Kirche, die über den Dächern thront.

    Reformierte Kirche

    Die Kanzel über dem Strom – bester Blick auf Brücke und Städtli.

    ~12 Min. Aufenthalt

    Warum hierhin? Die Kanzel über dem Strom – bester Blick auf Brücke und Städtli.

    Die reformierte Kirche (1716–17 erbaut, mit älterem Turm) steht erhöht über dem Städtli wie ein Wachtposten. Ihr barocker Saal mit hölzerner Decke ist hell und schlicht – typisch zwinglianisch. Der eigentliche Star ist aber die Terrasse davor: Von hier überblickst du Rheinbrücke, Häuserzeile und Flussschleife in einem Panorama. Beachte die Sonnenuhr am Turm und die Grabplatten an der Mauer – Eglisauer Geschichte in Stein.

    Fun Fact

    Der Kirchenstandort ist deutlich älter als der barocke Bau – schon im Mittelalter stand hier ein Gotteshaus.

    Insider

    Von der Kirchenterrasse siehst du beide Brücken: die Strassenbrücke von 1919 und flussabwärts das hohe Eisenbahnviadukt.

    Audio-Story

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    Ein paar Treppenstufen, und schon wechselst du die Perspektive: Von der Kirchenterrasse aus liegt dir Eglisau zu Füssen wie ein Modell. Unten die Giebelzeile der Untergass, davor die Brücke, und der Rhein zieht in seiner grossen, ruhigen Schleife vorbei. Die Kirche selbst ist ein typisch reformierter Bau: aussen markant, innen bewusst schlicht – kein Gold, keine Bilderpracht, dafür Licht und Holz. Zwinglis Erbe eben, auch hier draussen auf dem Land. Wirf einen Blick auf die Sonnenuhr am Turm – sie misst die Zeit hier oben seit Generationen. Und dann lass uns hinunter auf die Brücke: Es ist Zeit, den Rhein zu überqueren.

  4. 4

    4 Min. zu FussDie Treppen hinunter und auf die Rheinbrücke – bis zur Mitte gehen und beide Seiten geniessen.

    Rheinbrücke

    Brückenmitte = Logenplatz: Städtli links, Flussschleife rechts.

    ~12 Min. Aufenthalt

    Warum hierhin? Brückenmitte = Logenplatz: Städtli links, Flussschleife rechts.

    Die Strassenbrücke von 1919 ersetzt eine jahrhundertealte gedeckte Holzbrücke, die dem Kraftwerk-Aufstau weichen musste. Von der Brückenmitte hast du den Logenblick: die komplette Häuserfront des Städtlis, die sich im Wasser spiegelt – flussabwärts das mächtige Eisenbahnviadukt von 1897, über das alle paar Minuten ein Zug rollt. Der Rhein fliesst hier übrigens von Ost nach West – und gehört zu den saubersten Grossflüssen Europas: Im Sommer ist er ein einziges Strandbad.

    Fun Fact

    Die alte Holzbrücke stand fast 400 Jahre – Reste ihrer Pfeiler schlafen unter dem gestauten Fluss.

    Insider

    Brückenzoll war einst Eglisaus Haupteinnahme – heute ist die Überquerung das Schönste, was gratis ist.

    Audio-Story

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    Audioguide-Skript lesen (auch perfekt für ElevenLabs)

    Geh bis zur Mitte der Brücke und bleib stehen. Links: das Städtli, eine Zeile bunter Fassaden, die im Wasser auf dem Kopf steht. Rechts: der Rhein, der sich gemächlich in die Waldschleife legt, überspannt vom hohen Eisenbahnviadukt von 1897. Du stehst übrigens auf der Nachfolgerin einer Brücke, die fast vierhundert Jahre hier stand – eine gedeckte Holzbrücke, wie man sie aus Luzern kennt. Sie überlebte Hochwasser, Kriege und Eisgang, aber nicht das zwanzigste Jahrhundert: Für das Kraftwerk und den höheren Wasserstand musste sie 1919 weichen. Ihre Pfeilerreste liegen noch unten im Fluss. Brücken kommen und gehen – der Blick von hier bleibt einer der schönsten am ganzen Hochrhein.

  5. 5

    10 Min. zu FussZurück ans Städtli-Ufer und dem Rheinuferweg flussaufwärts folgen, dann den beschilderten Rebweg hinauf in die Rheinhalde.

    Rebberg Rheinhalde

    Steile Reben, träger Fluss: das Aussichts-Sofa über dem Rhein.

    ~12 Min. Aufenthalt

    Warum hierhin? Steile Reben, träger Fluss: das Aussichts-Sofa über dem Rhein.

    Über dem Nordufer klettern die Reben der Rheinhalde den Südhang hinauf – hier wächst seit dem Mittelalter Wein, heute vor allem Pinot Noir (Blauburgunder) und Riesling-Silvaner. Der Rebweg führt zu Aussichtspunkten mit Bänken, von denen du über Rebzeilen, Fluss und Städtli schaust – einer der unterschätztesten Aussichtspunkte des Kantons. Die Lage ist perfekt: Südhang, Wasser als Wärmespeicher, Schutz durch den Hang – Eglisauer Weine räumen regelmässig Prämierungen ab.

    Fun Fact

    Der Rhein wirkt als Klimaanlage: Er speichert Wärme und schützt die Reben vor Frost.

    Insider

    Einige Winzer betreiben Besenbeizen und Degustationen – Augen offen halten für «Wy-Verkauf»-Schilder.

    Audio-Story

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    Der kurze Anstieg lohnt sich, versprochen – und jetzt setz dich auf eine dieser Bänke zwischen den Rebzeilen. Unter dir: das Städtli und der Rhein, der hier so langsam fliesst, dass er fast zu stehen scheint. Um dich herum: Reben, seit dem Mittelalter. Die Lage ist ein Geschenk der Natur – Südhang, viel Sonne, und der Fluss arbeitet als riesiger Wärmespeicher, der die Trauben vor Frost schützt. Eglisauer Pinot Noir gewinnt heute regelmässig Preise, aber die Winzer hier machen wenig Lärm darum. Überhaupt ist das der Charme dieses Ortes: Anderswo wäre so ein Aussichtspunkt vermarktet, beschildert, bewirtschaftet. Hier steht einfach eine Bank. Nimm Platz. Der Rhein hat Zeit, du auch.

  6. 6

    8 Min. zu FussDen Rebweg wieder hinunter und dem Uferweg flussaufwärts folgen – bis zum Flussbad/Badeplatz am östlichen Ortsrand.

    Flussbad am Rhein

    Das smaragdgrüne Finale: schwimmen, treiben lassen, glücklich sein.

    ~12 Min. Aufenthalt

    Warum hierhin? Das smaragdgrüne Finale: schwimmen, treiben lassen, glücklich sein.

    Das Finale gehört dem Fluss selbst: Am östlichen Ortsrand liegt das Flussbad – Liegewiese, Steg und der Rhein in seinem unverschämten Smaragdgrün. Im Sommer lassen sich die Eglisauer ein Stück flussaufwärts ins Wasser und treiben gemütlich zurück – das Wasser ist sauber, im Hochsommer über 20 Grad warm, die Strömung hier moderat. Wer nicht badet, geniesst Wiese und Blick zurück auf Viadukt und Städtli. Danach: gemütlich zurück durch die Untergass und hinauf zum Bahnhof – oder noch ein Fischknusperli am Wasser.

    Fun Fact

    Rheinschwimmen hat hier Tradition – Einheimische nutzen den Fluss als «Heimweg mit Strömung».

    Insider

    Sicherheit: nur bei normalem Wasserstand schwimmen, Einstiege/Ausstiege vorher anschauen – der Fluss bleibt ein Fluss.

    Audio-Story

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    Hier endet die Tour – und besser geht es nicht. Vor dir liegt der Rhein in diesem unwirklichen Grün, das aussieht, als hätte jemand am Farbregler gedreht. Im Sommer machen es die Eglisauer so: Sie laufen ein paar hundert Meter flussaufwärts, steigen ins Wasser, legen sich auf den Rücken – und lassen sich heimtreiben, an Reben, Kirche und Giebelhäusern vorbei. Schwimmen muss man kaum, der Fluss macht die Arbeit. Wenn du Badesachen dabei hast: Tu es ihnen nach, achte auf die Einstiege und den Wasserstand, und der Rhein schenkt dir einen Moment, den du nicht vergisst. Wenn nicht: Wiese, Schatten, Blick aufs Viadukt – auch nicht schlecht. Du warst jetzt in Eglisau. Sag es ruhig weiter – aber nur den Netten.

0/6 Stops

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die Tour?

Mit Pausen rund 1 bis 2 Stunden – reine Gehzeit deutlich weniger. Du kannst jederzeit abkürzen oder verlängern.

Ist die Tour wirklich gratis?

Ja, komplett – inklusive Karte, Texten und Audio-Stories.

Wie komme ich hin?

Mit dem ÖV bequem erreichbar – Start ist beim ersten Stop, Verbindungen findest du in der SBB-App.