Jardin Anglais & Blumenuhr
Willkommen in Genf – und gleich zum Auftakt eine Uhr, wie sie nur diese Stadt bauen würde: aus sechseinhalbtausend Blumen. Die Horloge fleurie tickt seit 1955 im Jardin Anglais und ehrt das Handwerk, das Genf gross machte – und das ausgerechnet einem Verbot entsprang. Als der Reformator Calvin im sechzehnten Jahrhundert Schmuck und Prunk verbot, standen die Genfer Goldschmiede vor dem Nichts. Ihre Rettung: Uhren. Die galten als nützlich, nicht als eitel. Aus den arbeitslosen Juwelieren wurden die besten Uhrmacher der Welt – Calvins Strenge schuf, ungewollt, eine Weltindustrie. Diese Pointe begleitet dich heute überall: Genf ist die Stadt der produktiven Widersprüche. Calvinistisch und genussfreudig, diplomatisch und rebellisch, Weltbühne und Badeanstalt. Den ersten Beweis siehst du schon von hier glitzern – diese weisse Säule überm See. Gehen wir näher ran. Vor Ort: Von hier hast du bereits den ersten Jet-d'eau-Blick – aber warte mit Fotos, gleich kommst du viel näher ran. Fotospot: Blumenuhr mit See im Hintergrund.