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Chreis Cheib – das echte Zürich · Unterwegs

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Bahnhof Wiedikon

Willkommen im Zürich, das keine Postkarte je zeigt. Du stehst am Bahnhof Wiedikon, gebaut 1927, und auf den ersten Blick ist hier: nichts Besonderes. Genau deshalb fangen wir hier an. Denn rund um diesen Bahnhof liegt eines der faszinierendsten Quartiere der Stadt. Ein paar Strassen weiter, Richtung Brahmsstrasse, lebt eine der grössten orthodox-jüdischen Gemeinden Europas – mit koscheren Bäckereien, eigenen Schulen und Synagogen. Am Freitagabend, wenn der Schabbat beginnt, siehst du Familien in festlicher Kleidung durch die Strassen ziehen, und das Quartier wird still. Und gleich daneben: Beizen, Genossenschaftsbauten, türkische Läden, italienische Cafés. Diese Tour heisst Chreis Cheib – so nannten die Zürcher den Kreis vier, nach den Tierkadavern, den Cheibe, die früher vor den Stadtmauern hier vergraben wurden. Aus dem Schimpfwort wurde ein Ehrenname. In den nächsten drei Stunden zeige ich dir das Zürich der Zürcher: die Plätze, die Geschichten und die Menschen. Los geht's – Richtung Idaplatz. Vor Ort: Freitagabend kurz vor Sonnenuntergang durchs Quartier laufen: Wenn Schabbat beginnt, wechselt die Stimmung spürbar – ein stilles, schönes Ritual mitten in der Stadt. Fotospot: Bahnhofsgebäude mit Uhrturm von der Seebahnstrasse.

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